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Technik => Motor & Getriebe => Thema gestartet von: fulgur am 16. März 2025, 13:13:04

Titel: Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 16. März 2025, 13:13:04
Hallo,

kann mir jemand sagen was auf dem Bild zu sehen ist? Ich hätte dort die Gemischregulierschraube und die Umgemischschraube erwartet, ich glaube die Umgemischschraube zu erkennen, aber was ist das für ein Metallplättchen?
Vielen Dank und viele Grüße
Armin
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: holidayblitz am 16. März 2025, 17:41:37
Hallo Armin.
Sieht für mich aus wie ein Bimetall mit Nadelventil. Evtl. sowas wie automatischer Choke oder Kaltstartanhebung.
Gruss Wilhelm
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 16. März 2025, 17:47:51
Hallo Wilhelm,
Also einen automatischen Choke hab ich nicht, Kaltstartanhebung weiß ich nicht. Woran und wohin würde ich denn drehen müssen, wenn ich diese Schrauben da hab und der Motor zu fett läuft? Ich würde den Blitz gerne mal ein bisschen weiter fahren, aber ihn dabei ungern komplett einrußen.
Viele Grüße
Armin
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 16. März 2025, 18:19:31
Kann es sein, dass auf dem Bild nur die Leerlaufeinstellschraube zu sehen ist, und ich muss die reindrehen (rechtsrum) für magerer und rausdrehen (links) für fetter?
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: rcflg am 16. März 2025, 19:09:27
Hallo,

ich gebe jetzt auch mal meinen Senf dazu....
Bei dem Plättchen handelt es sich um das Heissleerlaufventil. Das soll normalerweise geschlossen sein und ab ca. 80 - 90°C aufmachen. Ist ein Bimetall und öffnet eine kleine Bohrung, wo dann zusätzliche Luft angesaugt wird. Das Ganze soll verhindern, dass bei hohen Temperaturen der Motor zu fett läuft, weil Benzin aus der Schwimmerkammer verdunstet und über die Schwimmerkammerbelüftung ins Saugrohr gelangt.
Ich quäle mich seit einiger Zeit damit, weil mein Motor bei Außentemperaturen über 30° im Leerlauf gerne mal ausgeht.

VG Robert
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: rcflg am 16. März 2025, 19:30:00
Zur Info: An dem Vergaser gibt's nix einzustellen außer das Leerlaufgemisch (das schwarze Rädchen) und den Drosselklappenanschlag.
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 16. März 2025, 20:52:43
Hallo Robert, vielen Dank für die Erklärungen. Wie bekomme ich den Motor denn dann weniger Fett und durch den TÜV? War meine Vermutung oben richtig?
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: rcflg am 16. März 2025, 21:02:33
Du hast mal geschrieben, dass der Vergaser übergelaufen ist. Das darf überhaupt nicht sein. Entweder hängt das Schwimmernadelventil, d. h. es schließt nicht. Kann auch sein, dass der Schwimmer nicht mehr richtig schwimmt. Oder die Benzinpumpe macht zu viel Druck, sodass das Schwimmernadelventil aufgedrückt wird. Es gibt für relativ wenig Geld einen Manometer für den Benzindruck, sowas würde vielleicht hilfreiche Informationen liefern.

Du wohnst leider sehr weit weg von mir, sonst würde ich dich mal besuchen....
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 16. März 2025, 22:45:24
Ich hatte den Kollegen ja jetzt auseinander, und seit er seine neuen Dichtungen hat kommt auch kein Tropfen mehr raus. Das Schwimmernadelventil hab ich getestet, das schließt und lässt nichts durch. Der Schwimmer schwimmt halt, ich kann allerdings nicht sagen ob genug oder nicht. Er ist jedenfalls leer, also keine Flüssigkeit zu hören und auch leicht. Er ist aus Kunststoff. Die Welle an der er gelagert ist, ist auch gut beweglich. Das mit dem Qualm hat auch erst nach den neuen Dichtungen, Lagern und Kolbenringen angefangen. Der Leerlauf war ziemlich niedrig nach dem Zusammenbauen, wir haben an der Drosselklappe etwas nachjustiert. Nach dem Nachziehen der Zylinderkopfschrauben und dem neuen Thermostat (also nochmal neuer Abdichtung Thermostatgehäuse) ist der Motor auch dicht, kein Wasser kommt raus, kein Wasser im Öl kein Öl im Wasser. Deswegen war die Überlegung, dass die alte Einstellung am Vergaser vielleicht zum jetzt dichteren Motor nicht mehr passt. In der Leitung vor der Benzinpumpe ist auch ein Filter dazugekommen.
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 17. März 2025, 18:41:33
Ich hab jetzt mal den Drosselklappenregler ganz rausgedreht, die Leerlaufgemisch Regelschraube (?) ganz rein und dann 1,5 Umdrehungen wieder rausgedreht. Dann den Drosselklappenregler soweit gedreht, dass der Motor anblieb und versucht mit der LGRS den Motor einzustellen. Ich hör da nix, und hab den mehr oder weniger auf den 1,5 Umdrehungen gelassen. Vorher waren es 2,25. Jetzt rußt der Motor schon bedeutend weniger, aber ob das so gut ist? Leerlaufanhebung mit der LGRS hab ich nix bemerkt. Ich hoffe mal der ist jetzt nicht zu mager, aber da er beim Gasgeben immer noch etwas rußt glaub ich es eigentlich nicht.
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: rcflg am 18. März 2025, 19:20:45
Zur Vergasereinstellung. Wenn du die Leerlaufgemischschraube ganz rein drehst sollte der Motor ausgehen, dann bekommt er kein Benzin. Wenn du sie dann rausdrehst, sollte es irgendwann ein Drehzahlmaximum geben und beim noch weiter rausdrehen sollte die Drehzahl wieder fallen. Das Maximum ist aber sehr flach. Ich dreh die Schraube soweit raus, bis sich der Motor beim stossartigen Gasgeben nicht verschluckt.
Hast du das Problem mit dem Rußen nur im Leerlauf oder auch unter Last bei höheren Drehzahlen? Weil einstellen kannst du am Vergaser eigentlich nur den Leerlauf. Wenn die Drosselklappe ein Stück offen ist hat das alles kaum mehr einen Einfluss.
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 18. März 2025, 20:09:55
Er rußt eigentlich immer ein bisschen. und beim Gasgeben eben auch, teils schon recht dunkel. Ich hab ihm jetzt einen Kat in den Auspuff gehängt - das ist schon mal eine enorme Verbesserung, aber eben keine Bekämpfung der Ursache. Vielleicht muss ich ihn ja auch noch ein bisschen mehr einfahren? Kann ich denn dann an dem Motor als Vorbereitung für die Hauptuntersuchung überhaupt den CO Wert einstellen? Oder nur beten?  ;D
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: rcflg am 18. März 2025, 20:28:33
Brauchst du überhaupt eine AU? Bei Erstzulassung vor 07/1969, glaube ich, brauchst du keine AU. Wenn du eine AU brauchst, wird nur der CO-Wert im Leerlauf gemessen. Ruß interessiert nicht. Und ich hatte noch keinen Prüfer, der den Test ernst genommen hat....
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 18. März 2025, 20:42:54
Vielleicht mach ich mir da zu viele Gedanken. Ich werde wohl meinen Hauptuntersuchungsdienstleister wechseln, vielleicht geht's dann wieder.
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: 1,75t-330D am 19. März 2025, 19:12:07
Hallo Armin.
Dein Bus-chen ist Modell 72, also hat der einen Abgasvergaser bzw Umgemischvergaser. Wir nannten das seinerzeit Abgasvergaser. :gröhl:
Falls einer noch einen von vor Bj.69 hat, den mit den 2 Schräubchen und nicht mit den 3!!, dann wäre es eine Investition wert.
Außer der kostet eine Magnumflasche Veuve Clicquot. ;D 
Wenn der rußt, dann isser zu fett.
Und damit hat sichs mit der ASU. Lohnt die Fahrt nicht.
Hat mich schon damals gewundert, daß der Motor so schön ansprang und kalt perfekt das Gas annahm. Machen die ohne Choke normalerweise nicht.
Eiskalt.
Also gehen wir mal davon aus, daß die Herren Vorbesitzer wegen der Wasserschlüferei den Vergaser verleiert haben. ;D
So denn.
An der Gasfabrik gibts demnach 3 Schräubchen, 2 siehste, 1 nich.
Mit der 1sten stell ich den Drosselklappenspalt ein, mit der 2ten stell ich das Gemisch im Leerlauf ein, und mit der 3ten die MENGE, die der im Leerlauf davon kriegt. Diese Menge bekommt der Motor etwa bis zu 1/3 der Drehzahl, bis der Übergang ins Teil-und Volllastsystem erfolgt.
Was jetzt kommt sind Erfahrungswerte und keine abgelesenen Nacherzählungen.
Motor warmlaufen lassen, Drehzahlmesser wäre schick, brauchts aber nicht.
Dann schließt man die Drosselklappe, bis die Einstellschraube einen Luftspalt am Anschlag hat. Dann wird diese Schraube so eingedreht, daß sie gerade am Anschlag anliegt plus etwa 1/8 Umdrehungen.
Mehr nicht!!!
Voraussetzung ist, daß das Drosselklappenteil spielfrei ist.
So schließe ich aus, daß sich die Klappe ins das Drosselklappenteil einarbeitet und die Übergangsbohrungen des Teillastsystems nicht verdeckt werden ??? .Gut.
Dann starte ich den Motor und hoffe daß der läuft.
Voraussetzung Zündung on the point! :angel:
Jetzt regel ich das Standgas mit der Umgemischraube ein und dann dreh ich dem mit der Gemischschraube den Saft ab,d.h. die Gemischraube wird vorsichtig eingedreht und mit der Umgemischschraube die Drehzahl nachreguliert.
So verändere ich die Zusammensetzung des Gemisches richtung mager, halte aber die Drehzahl.
Das geht solange, bis der Motor "unruhig" wird
Das ist etwas Gefummel, aber das macht man nur einmal.
Rußt der beim Gasgeben, also im Übergang, dann kann die Fördermenge der Beschleunigerpumpe zu hoch sein.
Qualmt der dauernd, dann oh böse Welt, könnte der Luftfilter zu sein.....gibts auch.
Es ist ein beliebtes Spielchen, bei einen ausgeleierten Drosselklappenteil mit der Gemischraube den Motor so zu "über"fetten, daß da überhaupt noch ein Übergang in der Teillastbereich stattfindet ohne verschlucken, weil die Maschine genau im Bereich der Übergangsbohrungen durch die Fallschluft abmagert.
Wissen wir es???
Macht der das Geruße auch ohne Melitta??
Die Einstellerei mit dem Drehzahlmaximum erzielen mit der Gemischschraube gilt nur für Vergaser vor /bis 1969, das bringt hier garnichts.
Und bei einer Membranpumpe eine Druckmessung zu machen.....da sag ich jetzt mal nix dazu.
Membrainpummpen machen Menge, aber nur eine niedrigen Druck, um das Schwimmerkammerventil nicht aufzudrücken.
Mal eine Flügelzellenpumpe vor so einen Vergaser geschaltet hm???
Mit 12 bar???  :gröhl:  :gröhl:  :gröhl:
Alles klar soweit?
Und jetzt noch ein spezielles Problem bei Deinem Motor: ist der verteiler mittlerweile freigängig, d.h. stellen Unterdruckverstellung und fliehkraftverstellung korrekt zurück und auch vor, sonst hat der evtl keinen korrekten Zündzeitpunkt und bei zuviel Nachzündung.....rauchts eben.
Na denn viel Spaß

Sante´

Hans

 
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: 1,75t-330D am 19. März 2025, 19:19:30
Hier noch mal ich.
Das ist doch einer mit 2  :) Schräubchen. Gut.
Also zündung on the point, Drehzahl mit Anschlagschraube beim Gaszug einstellen und dann die Gemischschraube zudrehen bzw.  auf die erhöhte Drehzahl warten und dann nachregulieren.
Und vorigen Betrag ignorieren. :)  :)  :)  :)

Cheers

Hans
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: rcflg am 19. März 2025, 19:56:11
Also eine Druckmessung in der Kraftstoffleitung macht für mich schon Sinn.
1. MESSUNG
Kraftstoffschlauch am Vergaser abziehen und auf  den Manometer stecken. Der Druck darf nicht mehr als ca. 0,3 Bar sein. Damit weiß man, dass die Pumpe nicht zu viel Druck macht und das Schwimmernadelventil aufdrückt.
2. MESSUNG
Manometer als Abzweig an die Kraftstoffleitung anschließen. Der Druck sollte bei laufendem Motor auch um die 0,2  oder 0,3 Bar sein. Beim Abstellen des Motors sollte der Druck eine Weile erhalten bleiben. Dann ist das Schwimmernadelventil dicht.
Titel: Antw:Vergaser Stellschrauben
Beitrag von: fulgur am 19. März 2025, 21:31:24
Ich hab mirt euren Hinweisen im Kopf nochmal Nuancen nachgestellt, und ich glaube es wird stetig besser. Ich hab ihn nochmal geblitzdingst, und den Zündzeitpunkt einen Tick verstellt, die Schraube einen Tick weiter raus (!) gedreht. Einen kurzen hinterhältigen Gasstoß macht er mit ohne auszugehen.